Keep Moving

Kinder erleben Entwicklungsperspektiven in Mobilität, Verkehr, Informatik und Naturwissenschaft gemeinsam

Kurzbeschreibung

Kinder und Jugendliche reflektierten im Projekt "Keep Moving" in Kooperation mit regional relevanten Betrieben ihre Mobilitätssituation: Unternehmen der Fahrzeugtechnologie, der Informations- und Sicherheitstechnologie im Mobilitätsbereich sowie in der Verkehrslogistik waren am Projekt beteiligt. Die Kinder und Jugendlichen machten ihre Entdeckungen im Zuge von forschendem Lernen.

Hintergrund & Ausgangslage

Mobilität ist ein Themenfeld, an dem ersichtlich wird, in welchem Ausmaß Forschung und Technologie den Alltag beeinflussen. Mit Mobilität lassen sich auch die Heterogenität von Bedürfnissen sowie ungleich verteilte Chancen unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen abbilden.

In hohem Maß ist es vom Wohnort, der Einkommenssituation, dem Alter oder dem Geschlecht abhängig, inwieweit Mobilitätsbedürfnisse erfüllbar sind. Auch in der mobilitätsrelevanten Forschung und Entwicklung ist vielfach eine gering ausgeprägte Diversitätskultur zu beobachten.

Genau hier setzte das Projekt "Keep Moving" an. Anhand des Rahmenthemas „Mobilität" zeigte es das in der Region vorhandene Innovationspotential auf und schaffte für die am Projekt beteiligten Kinder und Jugendlichen individuelle Bezugspunkte.

Aktivitäten & Ergebnisse

Zu Beginn des Projekts standen Ortsbesuche, in denen Kinder und Jugendliche ihre Mobilitätssituation erkundeten. Parallel dazu gab es Betriebsbesuche, bei denen sie Einblick in das Thema aus naturwissenschaftlicher und technischer Perspektive erhielten.

In Forschungsprojekten analysierten sie gemeinsam mit Forschenden das eigene Mobilitätsverhalten und ihre Mobilitätsbedürfnisse, die anschließend mit Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft diskutiert wurden. Dabei wurden auch Berufsfelder aufgezeigt und mögliche Karrieren im Bereich Forschung, Technologie und Innovation dargestellt.

Im Projekt konnte ein reichhaltiges Set an entsprechenden didaktischen Materialien und Methoden entwickelt werden zum Beispiel:

  • Planspiele,
  • Brettspiele,
  • Geländespiele,
  • Experimentiermaterialien,
  • Methoden der partizipativen Forschung mit Kindern, u.a.

Es wurden verschiedene, gesellschaftlich unterrepräsentierte Gruppen - Mädchen in Bildungseinrichtungen mit technikferner Schwerpunktsetzung, Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund - angesprochen und diesen entsprechende Role-Models vorgestellt. Für die Aktivitäten und Lehrmaterialen wurden diversitätssensible didaktische Zugänge gewählt. Außerdem wurde das Projekt mit einer Evaluation in Form von Reflexionsgesprächen begleitet.

Highlights & Herausforderungen

Die Ortserkundungen sowie das Hantieren mit Original-Messgeräten weckten bei den Kindern und Jugendlichen großes Interesse. Die von den Kindern erhobenen Daten gaben für RegionalforscherInnen wertvolle Impulse zu weiteren Forschungsarbeiten. Die erarbeiteten Materialien und Methoden können von anderen Einrichtungen sehr gut verwendet werden.

Insbesondere bei der Auftakt- und Abschlussveranstaltung gab es intensive Gespräche zwischen ForscherInnen und Wirtschaftstreibenden und Kindern und Jugendlichen. Generell konnten die SchülerInnen und Studierenden im Projekt intensive Kontakte aufbauen.

Eine Herausforderung war es, für eine reine Mädchenklasse einer Fachschule mit hauswirtschaftlichem Schwerpunkt ansprechende Themen zu finden. Es wurden schließlich jene gewählt, die einen Bezug zu deren persönlichen Lebenssituationen hatten. Interesse bei den Mädchen konnten die als "Forscherfreunde" eingesetzten StudentInnen wecken.

Verwertung & Dissemination

Das Projekt "Keep Moving" konnte bei mehreren Veranstaltungen präsentiert werden, zum Beispiel:

  • Internationaler Aktionstag für Sustainable Development Goals (SDGs), Wien 2016
  • Jahrestagung der europäischen Wissenschaftsmuseen und Science Center (ESCITE), Graz 2016
  • Internationale Tagung für Naturwissenschaftsdidaktik (LUMA Symposium), Helsinki 2017
  • Forschungsforum der österreichischen Fachhochschulen, Krems 2017

Über das Projekt wurden Beiträge in Fachzeitschriften sowie im Tagungsband des Forschungsforums der österreichischen Fachhochschulen publiziert. Die erstellten Materialien und Methoden wurden bereits an Pädagogischen Hochschulen sowie bei verschiedenen Veranstaltungen für und mit Kindern eingesetzt.

Das Projekt kooperierte mit dem Erasmus+ Projekt "LINKS", in dem innovative Zugänge für die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften und WissenschaftsvermittlerInnen entwickelt wurden.

Weiterführende Aktivitäten – Nachhaltigkeit

Die Materialien und Methoden aus "Keep Moving" werden laufend in Bildungsaktivitäten und in Workshops für PädagogInnen des "NaturErlebnisPark Science Education Center" eingesetzt. Das Projekt legte weiters den Grundstein zum Ausbau des Forschungsschwerpunkts "Young Region" an der Fachhochschule JOANNEUM, Studiengang Energie, Verkehr und Umwelt.

Zusammenfassung & Fazit

Im steirischen Mürztal, jener Region in der das Projekt stattfand, ist Mobilität ein wichtiges Thema und stellt diese eine Herausforderung für die regionale Entwicklung dar.

Mit einem vielfältigen, auf die Kinder und Jugendlichen abgestimmten, Spektrum forschend-entdeckender Aktivitäten wurden mit "Keep Moving" Impulse gesetzt, die eigene Mobilitätssituation zu reflektieren, Technologien aus dem Mobilitätsbereich zu entdecken und Kontakte zu Betrieben und Forschungseinrichtungen zu knüpfen.

Die Kinder und Jugendlichen lernten darüber hinaus Berufsfelder und mögliche Karrieren im Themenbereich kennen.

Projektbeteiligte

Projektleitung

Schulbiologiezentrum NaturErlebnisPark

Projekt- und KooperationspartnerInnen

  • Montan Spedition GmbH
  • ÖBB Personenverkehr Steiermark
  • ÖBB Postbus Steiermark
  • MVG, Mürztaler Verkehrsgesellschaft m.b.H.
  • FH JOANNEUM GmbH, Studiengang Energie-, Verkehrs- und Umweltmanagement, Kapfenberg
  • Kindergarten Mitterdorf im Mürztal
  • Volksschule Mitterdorf im Mürztal
  • Volksschule Wartberg im Mürztal
  • Neue Mittelschule Mitterdorf im Mürztal
  • Fachschule Oberlorenzen

Kontaktadresse

Schulbiologiezentrum NaturErlebnisPark
Mag. Dr. Andrea Frantz-Pittner
Tel.: +43 (316) 69 54 70
E-Mail: frantz@naturerlebnispark.at