Exploring Risks

Kinder und Jugendliche lernen den Umgang mit Risiken - von der Analyse bis zum Management

Kurzbeschreibung

Speziell in Zeiten des Klimawandels ist ein nachhaltiger Umgang mit Risiken unabdingbar und der Schlüssel zur Klimawandelanpassung, daher verfolgte "Exploring Risks" vier strategische Projektziele. Dazu gehörten die Steigerung des Risikobewusstseins aller ProjektteilnehmerInnen und die Erhöhung der Eigenverantwortung im Bereich Risiko- und Katastrophenmanagement sowie im gesellschaftlichen und persönlichen Umfeld.

Weiters wurde das Interesse an Forschung, Innovation, Entwicklung und die Genderausgeglichenheit im gesamten Projekt gestärkt. Das Interesse für naturwissenschaftliche Forschung wurde bei jungen Frauen und Männern gleichermaßen geweckt.

Im Zuge wissenschaftlicher sowie praxisorientierter Hands-on-Aktivitäten wurde den SchülerInnen ein nachhaltiges Risikobewusstsein vermittelt, das es ihnen ermöglicht, auch zukünftig Risiken zu erkennen, zu analysieren und, wenn möglich, Maßnahmen zu setzen.

Über die Schaffung eines Risikobewusstseins bei den SchülerInnen entstand auch eine Risikosensibilität bei den Eltern, PädagogInnen und ProjektpartnerInnen, welche in weiterer Folge die Eigenverantwortung aller involvierten AkteurInnen im Projekt sowie durch Veröffentlichungen auch außerhalb stärkte.

Hintergrund & Ausgangslage

Risiken nehmen weltweit zu, speziell Gebirgsräume wie die Alpen sind vulnerabel. Naturrisiken, technische Risiken oder auch Ausfälle von Infrastrukturanlagen sind im alpinen Raum allgegenwärtig. In Zeiten des Klimawandels, mit zunehmenden Intensitäten und Häufigkeiten naturräumlicher Ereignisse ist es von besonderer Bedeutung, der nachfolgenden Generation Risikobewusstsein und entsprechende Handlungskompetenzen bereits frühzeitig zu vermitteln.

Ausgehend von der Kompetenz des Konsortiums wurde ein Multirisikoansatz verfolgt, d. h. naturräumliche, technische und infrastrukturelle Risiken und deren Wechselwirkungen wurden gemeinsam betrachtet, Prozessverständnisse geschaffen sowie handlungsorientierte, fachliche und soziale Schlüsselqualifikationen vermittelt. Diese befähigten die ProjektteilnehmerInnen zu einem bewussteren Umgang mit Risiken und ermöglichten eine direkte räumliche und thematische Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Sachverhalten.

Unter Beachtung allgemein- sowie fachdidaktischer Grundprinzipien des Lernens und Lehrens wurden eine Vielzahl von Aktions- und Sozialformen, Fachmethoden, Medien und methodischen Großformen konzipiert und zur Anwendung gebracht. Diese Bildungsaktivitäten beinhalteten unter anderem Simulationsspiele, Fachexkursionen, Workshops, Risiko-Wandertage wie auch Begegnungen mit Agierenden verschiedenster risikorelevanter Arbeitsfelder, die als MentorInnen fungierten.

Aktivitäten & Ergebnisse

Bei den jüngeren SchülerInnen kam der im Projekt adaptierte Risikoplan (aus dem bereits bestehenden Risikomanagementspiel „Mind your Risk") im Unterricht zur Anwendung, mit Hilfe dessen die SchülerInnen das gesamte Spektrum von alpinen Risiken kennenlernten, wie beispielsweise naturräumliche Risiken, technische Risiken sowie soziale Risiken und deren Wechselwirkungen.

Des Weiteren konnte über Exkursionen ein Prozessverständnis zu natürlichen Ereignissen vermittelt werden, und in weiterer Folge wurden individuelle sowie kollektive Schutzvorkehrungen vor Ort im Gelände angesprochen und diskutiert. Während verschiedener Diskussionen und Reflexionen in den Klassen stellte sich zum Ende des Projekts heraus, dass bei vielen SchülerInnen ein Bewusstsein für die zahlreichen Risiken bzw. Vorgänge in der Natur, die Auswirkungen auf den Menschen haben, geschaffen werden konnte.

Das Ziel, die Eigenverantwortung im Bereich Risiko- und Katastrophenmanagement im gesellschaftlichen und persönlichen Umfeld zu steigern, wurde vor allem dahingehend umgesetzt, dass verschiedenste Selbstschutzmaßnahmen diskutiert, selbstständig erarbeitet und im Gelände auch angewendet, getestet bzw. besichtigt wurden.

Das Interesse der Kinder und Jugendlichen für Forschung, Innovation und Entwicklung wurde zum einen über die Mitwirkung der verschiedenen „Exploring Risks" PartnerInnen erhöht (GeographInnen, GeologInnen usw.), zum anderen im Zuge der Ausflüge ins Gelände sowie durch die Einladung von StudentInnen der Universität Innsbruck in die Projektklassen.

Dabei arbeiteten die SchülerInnen mit den jungen ForscherInnen interaktiv zusammen. Durch den zum Teil geringen Altersunterschied konnten sich die SchülerInnen sehr gut mit den StudentInnen und deren Ausbildungswegen identifizieren und zeigten großes Interesse an den verschiedenen Studienrichtungen.

Als Höhepunkt kann die Umsetzung einzelner Unterrichts­konzepte in die Praxis genannt werden. Die StudentInnen bekamen die Möglichkeit, jeweils zwei Unterrichtseinheiten mit den Projektklassen zu gestalten. Die SchülerInnen profitierten dabei von den innovativen Konzepten der StudentInnen und waren begeistert bei der Sache, vor allem bei der Simulation eines Bergsturzes.

Highlights & Herausforderungen

Ein Highlight stellte der Filmdreh zum Thema "Planspiel Szenario Hochwasser" dar. Mit den SchülerInnen der VS Neuarzl sowie dem Regie- und Schnittteam der HTL Bau und Design wurde der Kurzfilm als Projektarbeit für die Teilnahme an der Zivilschutzolympiade erstellt. Dem Drehtag gingen etliche Stunden Drehbucherstellung sowie vor allem das Training der SchauspielerInnen voran.

Unterstützt wurde der Dreh auch von VertreterInnen des Landes Tirol, die Filmaufnahmen zur Verfügung stellten sowie der Berufsfeuerwehr Innsbruck, die im Zuge eines Besuchs einige Szenen mit den Kindern drehte. Alle Eltern und Interessierten wurden zur abendlichen Vorstellung des fertigen Kurzfilms sowie des Projekts an die VS-Neuarzl eingeladen.

Weitere Highlights stellten die Exkursionen nach Galtür bzw. die Ausflüge auf die verschneiten Berge Tirols mit mc2alpin, die Aktivitäten mit dem Unternehmenspartner Laserdata (vor allem die Laserscan-Klassenfotos), die Exkursion zum Eiblschrofen-Felssturz sowie zum Alpl-Felssturz dar. Des Weiteren konnte man eine eigens auf die Inhalte des Projekts abgestimmte Lehrveranstaltung an der Universität Innsbruck, Institut für Geographie, anbieten.

Verwertung & Dissemination

Das Projekt bzw. die Projektidee wurde über die Einrichtung eines Blogs der breiten Bevölkerung zugänglich gemacht. Die SchülerInnen, Eltern, PädagogInnen, Unternehmens- und WissenschaftpartnerInnen sowie Interessierte konnten sich so über die durchgeführten Aktivitäten auf dem Laufenden halten sowie Unterrichtsmaterialien downloaden.

Weiterführende Aktivitäten - Nachhaltigkeit

Die Projektmodule werden zukünftig in Form des "Risiko-Koffers" interessierten PädagogInnen kostenlos zur Verfügung gestellt, gerne auch mit fachlicher Unterstützung von alpS bzw. der Unternehmenspartner mc2alpin sowie Laserdata. Die Unterlagen stehen zentral und gebündelt auf dem Exploring Risks Blog zum Download bereit.

Ebenfalls konnte ein Pool von interessierten PädagogInnen und (neuen) FirmenpartnerInnen aufgebaut werden. Die beteiligten PädagogInnen sowie UnternehmenspartnerInnen arbeiten nach Ende der Projektzeit an einer Fortführung und Weiterentwicklung der Projektidee von Exploring Risks.

Zusammenfassung & Fazit

Das Projekt befasste sich mit den Themen Risiko- und Katastrophenmanagement (individuelles und kollektives Risiko), von der Risikoanalyse (Laserscanning, alpS Risikoanalyse) bis zur Maßnahmensetzung, sowie mit den Themen Selbstschutz, Naturgefahren (Hochwasser, Lawine, Felssturz) und Zivilschutz.

Wichtigstes Ziel des Projekts war, den SchülerInnen sowie allen Projektbeteiligten ein Risikobewusstsein zu vermitteln sowie Handlungsoptionen zum Selbstschutz aufzuzeigen. Gleichzeitig wurden die SchülerInnen für naturwissenschaftliche Forschung begeistert und sahen, welche Berufs- und Studienmöglichkeiten ihnen zukünftig offenstehen. Vor allem jungen Mädchen und Frauen konnte ein Einblick in die naturwissenschaftliche/technische (Risiko-) Forschung gewährt werden.

Publikationen

Hochwasser in Tirol

Projektbeteiligte

Projektleitung

alpS GmbH

Projekt- und KooperationspartnerInnen

  • Laserdata GmbH
  • mc2alpin – Verein für Erlebnis und Sicherheit
  • Universität Innsbruck, Institut für Geographie
  • Volksschule Neuarzl
  • Neue Mittelschule Wilten
  • BRG Telfs
  • HTL Bau und Kunst Innsbruck
  • PORG Volders

Kontaktadresse

alpS GmbH
Brigitte Eder
Tel.: +43 (512) 392 929-28
E-Mail: eder@alps-gmbh.com