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MueGen Driving

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MueGen Logo (© Projektteam MueGen)

Das Forschungsprojekt untersucht systematisch geschlechts-, alters- und situationsspezifische Unterschiede im Führungsverhalten von Fahrerinnen und Fahrern in der Längsrichtung von Fahrzeugen. Dies wird über Realfahrversuche und Fahrsimulatorstudien bewerkstelligt. Die erzielten Erkenntnisse dienen als Basis für zukünftige geschlechts-, alters- und situationsadaptive Eingriffsstrategien von Fahrerassistenzsystemen.

Motivation des Projekts

Im Jahr 2011 wurden in Deutschland mehr als 90% aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden auf menschliches Fehlverhalten zurückgeführt. Detaillierte Untersuchungen dieses Fehlverhaltens zeigen eine deutliche Geschlechts- und Altersabhängigkeit. Diese Zahlen weisen sowohl auf die generelle Notwendigkeit der Unterstützung der Fahrerin und des Fahrers in der Fahrzeugführung hin als auch auf die spezielle Adaption von Fahrerassistenzsystemen (FAS) an die Fahrerinnen und Fahrer. Der Einsatz eines angepassten FAS verspricht ein hohes, durch zahlreiche Studien belegtes Potential zur Vermeidung von Unfällen sowie der Reduktion der Unfallschwere.

Adaptive Fahrerassistenzsysteme

Ein adaptives Fahrerassistenzsystem muss nicht nur generelles, menschliches Fehlverhalten – wie etwa Fehleinschätzungen wetterbedingter, schlechter Straßenverhältnisse – sondern auch geschlechts- und altersspezifische Tendenzen berücksichtigen.

Verschiedene Studien zeigen, dass beispielsweise Frauen beim Linksabbiegen an Kreuzungen, die durch ein Stoppschild geregelt sind, ihr Fahrzeug tendenziell erst bei größeren Lücken in den querenden Fließverkehr einordnen, wohingegen Männer eher riskieren, auch in kleinere Lücken zu fahren.

Mögliche menschliche Fehlverhalten müssen in der Eingriffsstrategie von FAS berücksichtigt werden, um eine negative Reaktion der Fahrerin und Fahrer einer Gefahrensituation nicht noch zu verstärken. Andererseits muss die Eingriffsstrategie auch von den Fahrerinnen und Fahrern akzeptiert und nicht als Bevormundung aufgefasst werden.

Ansatz des Projekts

Zur systematischen Untersuchung des Fahrerinnen- und Fahrerverhaltens in normalen und kritischen Fahrsituationen wird der Fahrsimulator des Instituts für Fahrzeugtechnik modifiziert, um den Probandinnen und Probanden visuelle, akustische und kinästhetische Fahr- und Umgebungswahrnehmungen in risikoloser Weise zu ermöglichen. Zur Absicherung der im Fahrsimulator gewonnenen Erkenntnisse werden gezielt Realversuche mit erfahrenen Testfahrern durchgeführt.

Ergebnisse des Projekts

Die vorliegende Studie soll grundlegende und verlässliche Daten generieren, um in weiterer Folge Eingriffsstrategien von Fahrerassistenzsystemen zu entwickeln. Die Wirksamkeit dieser Eingriffsstrategien, die sowohl den Straßenverhältnissen wie auch dem individuellen Fahrzeugführungsvermögen angepasst sind, wird untersucht und die Akzeptanz durch Fahrerin bzw. Fahrer gegenübergestellt.