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PoolParty Semantic Suite

Sujet Pool Party Diver
Sujet Pool Party Diver (© Sergey Nivens - Fotolia)

Das Semantische Web, die Verknüpfung von Daten entsprechend „Linked Data“-Prinzipien und -Standards, war im Jahr 2004 noch in den Kinderschuhen. Gerade erst war es vom Erfinder des World Wide Web, Sir Tim Berners Lee, spezifiziert worden.

Entsprechende Industrieanwendungen waren selten, gerade deshalb waren semantische Technologien und das Semantic Web ein aufblühendes und vielversprechendes Forschungs- und Zukunftsfeld. Das bmvit führte Anfang 2004 im Rahmen des Forschungsprogramms FIT-IT die erste Ausschreibung der Programmlinie "Semantic Systems" durch. FIT-IT Semantic Systems setzt sich zum Ziel, technologische Voraussetzungen zu schaffen, um die Interaktion Mensch–Computer und zwischen Informationssystemen zu vereinfachen.

Österreich nahm und nimmt in der internationalen "Semantic Systems"-Forschung einen Spitzenplatz ein. Institutionen wie das Know Center der Technischen Universität Graz, die Salzburg Research Forschungsgesellschaft und die Universität Innsbruck setzten damals bis heute maßgebende Impulse in der internationalen "Semantic Systems"-Entwicklung.

Ein Alleinstellungsmerkmal bildete das Informationstechnologie-Programm FIT-IT – eine Initiative des bmvit – das gezielt kooperative Projekte von Industrie und Wissenschaft fördert und aufkeimende Märkte frühzeitig für österreichische Unternehmen nutzbar machte.

Die Semantic Web Company (bzw. damals noch Semantic Web School) entwickelte bereits um 2004 ein Curriculum mit zwölf Modulen und schulte hunderte Interessierte im deutschsprachigen Raum zu den Grundlagen und vorhandenen Tools des Semantic Web.

SEMANTiCS-Konferenzserie

2005 wurde, ebenfalls seitens der SWC, die SEMANTiCS-Konferenzserie mit knapp 100 TeilnehmerInnen im TechGate Wien ins Leben gerufen. Das bmvit förderte diese Konferenz.

Auf Grund der langjährigen Erfahrung des SWC-Teams in den Bereichen Wissensorganisation und Zusammenarbeit wurden in Folge „Semantic Web“-Prinzipien und Technologien sukzessive in ihren Kundenprojekten eingesetzt und damit begonnen, diese im Zuge der Entwicklung des SWC Kernproduktes PoolParty Semantic Suite in das Produkt zu integrieren.

Gerade in dieser Phase waren intensive Forschungs- und Entwicklungtätigkeiten nötig, um gemeinsam mit den führenden österreichischen und europäischen Forschungsinstitutionen Lösungen zu erarbeiten, von diesen Partnern und aus der Forschung zu lernen und zu profitieren und vor allem diese Entwicklungen in marktreife Produkte und Services überzuführen und sie in Folge in Industrieprojekten erfolgreich anzuwenden. Die SWC etablierte sich hier in nationalen und internationalen Forschungsprogrammen als Projektpartner, der den Transfer von Forschung und Entwicklung hin zum Markt organisieren und realisieren kann. Der Anteil an Forschung und Entwicklung im Unternehmen erreichte zu diesem Zeitpunkt mit knapp 45% seinen Höhepunkt.

PoolParty Semantic Suite

Im Jahr 2009 wurde das heutige Kernprodukt der Semantic Web Company GmbH, die PoolParty Semantic Suite, in den EU Markt eingeführt. Anfangs als reine Lösung für die Modellierung von Taxonomien und Thesauri (sog. Knowledge Graphs), danach auch für Textanalyse-Lösungen und schließlich als Middleware für semantisches Daten- und Informationsmanagement. Die Forschungstätigkeit wurde in den Folgejahren in diversen Projekten weitergeführt, vor allem in dem vierjährigen Projekt LOD2 (2010-2014 das im 7. Europäischen Rahmenprogramm gefördert wurde und im gesamten FP7 Rahmenprogramm zum gesamt 3. innovativsten Projekt seitens des EC Innovationsradars 2015 ausgewählt wurde.

Auf nationaler Ebene wurde die Produktentwicklung in dieser Zeit maßgeblich durch das Projekt LASSO (Lookup & Alignment Service with Semantic Open Data) im Rahmen des Forschungsprogramms FIT-IT unterstützt. In LASSO wurden, gemeinsam mit der TU Graz sowie mit dem StartUp Gnowsis und Neurovation GmbH, neue Methoden für das Lookup und die Verlinkung von Daten (offene, semioffene, geschlossene Daten) entwickelt und in Folge bei den Projektpartnern entsprechend in deren Produkte und Services integriert. Eine besondere Stärke ist die Möglichkeit der zielgenauen Verlinkung von bestehenden mit offenen Daten aus der sogenannten Linked Open Data (LOD) Cloud ist eine derjenigen Funktionen von PoolParty Semantic Suite, in der sich das Produkt auch heute noch deutlich von der Konkurrenz abhebt und damit für die SWC einen Wettbewerbsvorteil generiert.

Die Entwicklungen und Ergebnisse aus den abgeschlossenen und laufenden nationalen und internationalen Forschungsprojekten wurden immer Großteils ins Kernprodukt PoolParty integriert und sind ein wichtiger Bestandteil, dass PoolParty heute als eine der weltweit führenden Softwarelösungen für semantisches Daten- und Informationsmanagement gilt, welche eine klar definierte Produktentwicklungs- Roadmap anbieten kann. Die Forschungs- und Innovationsstrategie der SWC ist entsprechend deutlich entlang der Produktentwicklung ausgerichtet und vice versa. PoolParty Semantic Suite wird heute von Top500 Unternehmen in Europa, Nordamerika, Australien sowie Asien in über 100 Installationen erfolgreich eingesetzt und die SWC wurde 2016 seitens KM World US in den ‘100 Companies That Matter in Knowledge Management’ gelistet.

Semantic Web Company

Die Semantic Web Company (SWC) betreut mit einem Team von 33 ExpertInnen aus den Bereichen Linked Data und Textmining von Wien aus Kunden in 21 Ländern, weist eine jährliche Wachstumsrate von derzeit 23,5% auf, und die R&D Aktivitäten betragen 2016 rund 20%.

Aktuell nimmt die SWC beispielsweise am H2020 Projekt Big Data Europe teil, um verstärkt Big Data Mechanismen und Technologien in ihre Produkte und Services zu integrieren, oder leitet das "IKT der Zukunft" Projekt ADEQUATe, in welchem die Analyse und das Verbessern von Datenqualität im Mittelpunkt steht.

Die SEMANTiCS hat sich 2016 zur größten industrierelevanten Konferenz zu semantischem Datenmanagement in Europa entwickelt. Die zwölfte Auflage findet 13.-14. September 2016 in Leipzig, Deutschland mit über 300 TeilnehmerInnen aus Industrie und Forschung statt.